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Wahlprüfsteine der KHU zur Landtagswahl 2013


Entwicklung der Studierendenzahlen

Mit dem Anstieg der Studierendenzahlen – bis zu 40 Prozent mehr in den vergangenen fünf Jahren - hat die Grundfinanzierung der fünf hessischen Universitäten nicht annähernd Schritt gehalten. Nicht nur verlangte das Land den Hochschulen 2011 einen Konsolidierungsbeitrag ab; auch mussten diese zunehmend selbst für Kostensteigerungen beim Bau und für Tariferhöhungen aufkommen. Die KHU fordert deshalb das Land Hessen auf, in der kommenden Legislaturperiode (2014-2018) den Etat der Hochschulen den realen Kostenzuwächsen anzupassen, schon um die qualitätsgefährdenden Verschlechterungen bei den Betreuungsrelationen (derzeit ca. 75 Studierende pro Professur) zu stoppen.

Auskömmliche Finanzierung

Die fünf hessischen Universitäten erklären sich bereit, den Zuwachs an Studierenden langfristig zu schultern, sofern die Landesregierung eine auskömmliche Grundfinanzierung sicherstellt. Konkret bedeutet dies:

  • Das Land trägt in Zukunft Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst vollständig, denn nicht ausgeglichene Tarifsteigerungen erzwingen notwendigerweise einen Personalabbau.
  • Die in Folge der neugestalteten W-Besoldung entstehenden zusätzlichen Kosten werden im Budget kompensiert.
  • Das Land steigert seine Grundfinanzierung pro Studierenden pro Jahr um 200 Euro (über 5 Jahre der Legislaturperiode also 1000 Euro) und wirkt so der ungünstigen Betreuungsrelation entgegen.
  • Das Land wirkt auf den Bund ein, die Mittel für den Studierendenaufwuchs – HSP 2020 – langfristig zur Verfügung zu stellen; die gegenwärtige Förderung von maximal fünf Jahren greift zu kurz, schon weil alle Prognosen (GWK und Land) von einem dauerhaften Studierenden-„Hoch“ ausgehen.
  • Das Land hält an den Mitteln zur Qualitätsverbesserung der Studienbedingungen und der Lehre (QSL-Mittel) fest und passt deren Höhe an die realen Studierendenzahlen an.
  • Das Land schreibt das Bau- und Sanierungsprogramm HEUREKA fort, um die räumlich adäquate Unterbringung von Lernenden und Lehrenden sicherzustellen, und trägt die entstehenden Baumehrkosten.
  • Das Land sorgt für auskömmliche Bauunterhaltsmittel in der Grundfinanzierung.

Autonomie, Wettbewerbsfähigkeit und Kooperation

Hessen hat seinen Universitäten umfassend Autonomie eingeräumt und damit bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Diese Autonomie soll nun fortgeschrieben werden, denn sie ermöglicht eine notwendig größere Handlungsfähigkeit im Wettbewerb. Auch unterstützt das Land Kooperationen zwischen Hochschulen sowie zwischen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen, denn sie tragen wesentlich zur Stärkung der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Universitäten bei.